04.01.2012 // Bald keine Schranken mehr gegen Müllsünder?

[veröffentlicht:] 04-01-2012
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Bald keine Schranken mehr gegen Müllsünder

Von Von Reiner Hanke

Der Forstbezirk lässt an der Massenei die Schranken überall abmontieren. Die Wirkung auf Umweltfrevler ist sehr umstritten.

Manchmal müssen Spaziergänger gar nicht tief in den Wald hinein gehen, schon stolpern sie über Müll. Zum Beispiel an der Lichtenberger Straße Richtung Großröhrsdorf, südlich der Kuppe des Eierberges. Dort hat sich ein Umweltsünder zum Beispiel einfach eines Autositzes am Waldrand entledigt. An einer anderen Stelle liegt Plastikmüll neben verrottendem Papier.

Klagen über eine schwunghafte Müllentsorgung illegal im Wald kam in den vergangenen Wochen schon aus einigen Forstrevieren. Es ist ein flächendeckender Trend, den auch Ralf Schulze bestätigt. Die illegale Entsorgung sei grundsätzlich immer ein Problem, sagt der Großröhrsdorfer Revierförster, nehme aber derzeit wieder zu. Es sei die volle Bandbreite beim Müll, der im Wald lande. Angefangen bei Gartenabfällen über Hausmüll und gelbe Säcke mit Plastik bis zu Fernsehern und Kühlschränken.

SZ-Leser Michael Leimert aus Kleinröhrsdorf hat die Beobachtung gemacht, dass auch in der Massenei immer mehr Schranken demoliert werden, kaputt seien oder einfach offen stünden: „Das macht es den Umweltsündern doch nur noch leichter, ihren Müll in den Wald zu schaffen“, statt sie konsequent in die Schranken zu weisen. Anke Findeisen vom Forstbezirk Neustadt bestätigt den Eindruck des Kleinröhrsdorfers. Tatsächlich sei es so, dass schrittweise alle Schranken demontiert würden, da sie ihren Zweck nicht mehr erfüllen, aber einiges Geld in der Erhaltung kosten. Die Schranken dürfen aus Sicherheitsgründen, wegen der Rettungswege, nicht abgeschlossen werden. Oft sei es aber der Fall, dass sie halb offen gelassen werden. Das sei kreuzgefährlich. Insbesondere bei Dunkelheit sei die Unfallgefahr groß – falls eine solche Stange übersehen wird.

Ohnehin sei es generell verboten, die Waldwege zu befahren: „Wer heimlich Müll abladen will, der lässt sich von diesen Schranken nicht abhalten“, schätzt Anke Findeisen ein. Warum die Leute ihren Müll abladen, bei dieser Frage ist man in der Forstbehörde ratlos. Schließlich gebe es genug Möglichkeiten, seinen Müll legal zu entsorgen. Elektrogeräte zum Beispiel kostenlos in den Elektronikschrott-Annahmestellen. Vielleicht habe es ja auch etwas mit dem gewissen Nervenkitzel oder Sport zu tun, mutmaßt, die Forstsprecherin. Wobei sich die Verwunderung bei Bürgern im Altkreis in Grenzen hält. Die hatten schon vor gut einem Jahr eine solche Entwicklung in Briefen an die SZ prognostiziert, als die neuen Müllgebühren für den Kreis Kamenz diskutiert wurden. Das neue Abfallsystem ist mit einer erheblichen Teuerung für viele Bürger verbundenen.

Von der Forstbehörde werde aber auch ein gewisser Egoismus beobachtet, so Findeisen, Hauptsache das eigene Grundstück sei sauber. So würden an den Waldrändern oft Gartenabfälle und Obst einfach über den Gartenzaun gekippt.

Das provoziere noch ein ganz anderes Problem: Es locke Wildschweine an. „Am Ende beschweren sich dann dieselben Grundstückseigentümer beim Forst, wenn die Tiere ihren Rasen nach Würmern und Larven umgraben, um sich mit tierischem Eiweiß zu versorgen.“ Das Thema Müll-Sünder werde die Forstleute jedenfalls auch in Zukunft beschäftigen. Und Schranken sind offenbar wirklich kein Hinderungsgrund, Abfall in den Wald zu schaffen. Gerade an der Lichtenberger Straße am Eierberg gibt es noch ein paar funktionstüchtige. Den entsorgten Autositz platzierte der Täter direkt daneben.

Quelle: sz-online // Rödertal

 

Zuletzt geändert am: 06-01-2012 um 21:26

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